Hoch gelobt von den Krankenkassen und gern angeraten von den Ärzten - Mutter-Kind-Kuren.....
Auch mir wurde dies diverse Male aus gesundheitlichen Gründen angeraten - ehrlich gesagt, läuft es mir beim bloßen Gedanken daran kalt den Rücken hinunter....betrachten wir das Ganze doch mal realistisch:
Drei gesunde aufgeweckte (man kann ALLES positiv ausdrücken) Kinder in ihrem gewohnten Umfeld im kampferprobten Alltag sorgen regelmäßig dafür, dass Millionen Eltern (mich eingeschlossen) abends tot ins Bett sinken. Und jeder weiß: ändert sich auch nur irgend etwas am normalen Alltag (da können Wochenenden mitunter vollkommen ausreichen) sind diese (bestimmt) außerirdischen Wesen nicht mehr zu bremsen!!! Kinder in ungewohnter Umgebung potenzieren den Wahnsinn zusätzlich - was also bitte soll daran für MICH erholsam sein, mit drei überdrehten Kindern in eineinhalb Zimmern unter lauter fremden Leuten eingepfercht zu sein???? Ohne die Möglichkeit, sie wenigstens stundenweise dem männlichen Familienmitglied überantworten zu können? Da braucht man sich nur mal die jüngste Nachwuchsblondine anzuschauen: schläft dieses Kind doch sowieso so gut wie nie, schon gar nicht durch und wenn, dann auf jeden Fall nicht nachts - in fremden Betten dann doch schon überhaupt gar nicht und hält darüber hinaus noch die Geschwister wach....
Dazu kommt, dass ein Großteil der Kinder in diesen Mutter-Kind-Kuren nicht reine Begleitkinder (also gesund) sind, sondern selbst krank - und solidarisch, wie Kinder sind, übernehmen dann auch die gesunden Kinder einen Teil der Viren und zack! hat man nicht nur ungewohnte Umgebung, neuer Tagesablauf, sondern auch noch kranke Kinder - Horror pur!!!
Meines Erachtens, liebe Ärzte und Krankenkassen, gibt es eine ganz einfache Möglichkeit, kurbedürftigen Müttern die benötigte Erholung zu verschaffen: verschreibt diesen Müttern eine Vater-Kind-Kur!!!
Das stelle ich mir zur Abwechslung echt nett vor: vier Wochen lang NUR 8 Stunden arbeiten gehen am Tag - keine Wäscheberge, Einkaufsmassen, Spielzeughaufen, über die man stolpert. Kein Kind-abholen, Kind-hinbringen, keine schlaflosen Nächte, zickigen Tage(Wochen, Monate, Jahre) - 4 Wochen nur ich und meine Katzen - mehr Erholung geht nicht!!!!
Und nein, die Mutter allein in Kur zu schicken scheint mir keine Alternative zu sein: Denn erstens weiß sie schon vor Kurantritt, dass sämtliche anderen Mütter im Bekanntenkreis sich das Maul zerreißen werden (wie kann sie nur so lange ihre Kinder allein lassen, vom armen überforderten Mann ganz zu schweigen) - nur Frauen untereinander können so sein.... - ich möchte mir auch gar nicht ausmalen, wie mein Haus nach 4 Wochen aussieht, wahrscheinlich käme man durch die Wäscheberge gar nicht mehr in die Nähe des Waschkellers und der Fußboden wäre absolut blickdicht mit allem möglichen belegt, beklebt, etc....da hält die Erholung nach der Kur keine 5 Minuten...
Also: wählt die Vater-Kind-Kur!
Mein Leben von seiner schönsten, schlimmsten, traurigsten, fröhlichsten, aber immer ironischen Seite
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Nietzsche)
Montag, 26. September 2011
Montag, 19. September 2011
Geschichten, die das Leben schreibt
...es gibt Dinge, die erlebt man (ob man will oder nicht) und würde man derartiges in einem Buch lesen oder einem Film sehen, würde man denken: DAS ist aber weit hergeholt, als ob das jemals so passieren würde....willkommen im Familienalltag...
Heute (MONTAG) morgen:
Ich wache auf und denke noch, dass es doch schon ganz schön hell draußen ist. Erstmal Brille aufsetzen, denn ohne bin ich nicht in der Lage, die zwei Meter bis zum Radiowecker visuell zu überbrücken....Blick auf die Uhr: 6:50 Uhr!!! Der Adrenalinspiegel schnellt in die Höhe (normale Weckzeit 5:15 Uhr)
Blick zum Bettnachbarn bzw. zu beiden, denn die Mini-Blondine lag friedlich schlafend ebenfalls im Bett - der Göttergatte aber auch noch. Entsetzensschrei "Was hast du mit dem Wecker gemacht????????"
"Den hab ich aus gemacht -ich weiß auch nicht, warum der am Sonntag angegangen ist...." - Was kann man dazu sagen....klar, Männer sind Meister im Verdrängen - aber das man verdrängen kann, dass es Montag ist???? Für alles gibt es ein erstes Mal.....So hatte ich sage und schreibe 25 Minuten Zeit, um drei Kinder zu wecken (die notorischen Frühaufsteher, die problemlos sonntags morgens um halb sechs auf ihrem Frühstück bestehen und ausgerechnet heute so lange schlafen), zum Anziehen zu bewegen, mit Frühstück zu versehen, alles notwendige für Kiga und Schule einzupacken, ach ja sich selbst anziehen wär auch nicht das dümmste - aaaaber wir haben es geschafft und waren alle vier (Mann ausgenommen, der beschlossen hat, den Zug um halb neun zu nehmen...) pünktlich unterwegs zur Schule, zum Kindergarten und/oder zur Arbeit....
Nachmittags dann Abholmarathon der Nachwuchsblondinen, die Mini-Blondine zuletzt. Alle Kinder spielen draußen, eine Erzieherin ist dabei, die bei meinem Anblick meint: "Caro ißt noch!" Um 16 Uhr ist Kaffeepause im Kindergarten, normalerweise bin ich pünktlich zu deren Ende gegen 16:15 Uhr nach der Arbeit dort. Da montags unsere Vorpubertärblondine aber um viertel vor fünf schon wieder in der Schule (die neben dem Kindergarten liegt) sein muss, weil sie dort Folkloretanz lernt, lohnt es sich nicht, die beiden Kindergartenblondinen vorher abzuholen. Von daher bin ich montags später dran und war bass erstaunt zu hören, dass die Mini-Blondine mit dem Essen noch nicht fertig ist.
Die Erzieherin, die bei Caro ausgeharrt hat, sagte dann, dass diese sich beharrlich geweigert habe, zu essen, während die anderen aßen und auch nicht bereit war, über ihr Gründe darüber zu sprechen. Sie habe erst angefangen zu essen, als alle anderen bereits fertig waren. Hm......"Caro, warum wolltest nicht mit den anderen essen??" Genervter Blick "Die quatschen mir zuviel!"
Heute (MONTAG) morgen:
Ich wache auf und denke noch, dass es doch schon ganz schön hell draußen ist. Erstmal Brille aufsetzen, denn ohne bin ich nicht in der Lage, die zwei Meter bis zum Radiowecker visuell zu überbrücken....Blick auf die Uhr: 6:50 Uhr!!! Der Adrenalinspiegel schnellt in die Höhe (normale Weckzeit 5:15 Uhr)
Blick zum Bettnachbarn bzw. zu beiden, denn die Mini-Blondine lag friedlich schlafend ebenfalls im Bett - der Göttergatte aber auch noch. Entsetzensschrei "Was hast du mit dem Wecker gemacht????????"
"Den hab ich aus gemacht -ich weiß auch nicht, warum der am Sonntag angegangen ist...." - Was kann man dazu sagen....klar, Männer sind Meister im Verdrängen - aber das man verdrängen kann, dass es Montag ist???? Für alles gibt es ein erstes Mal.....So hatte ich sage und schreibe 25 Minuten Zeit, um drei Kinder zu wecken (die notorischen Frühaufsteher, die problemlos sonntags morgens um halb sechs auf ihrem Frühstück bestehen und ausgerechnet heute so lange schlafen), zum Anziehen zu bewegen, mit Frühstück zu versehen, alles notwendige für Kiga und Schule einzupacken, ach ja sich selbst anziehen wär auch nicht das dümmste - aaaaber wir haben es geschafft und waren alle vier (Mann ausgenommen, der beschlossen hat, den Zug um halb neun zu nehmen...) pünktlich unterwegs zur Schule, zum Kindergarten und/oder zur Arbeit....
Nachmittags dann Abholmarathon der Nachwuchsblondinen, die Mini-Blondine zuletzt. Alle Kinder spielen draußen, eine Erzieherin ist dabei, die bei meinem Anblick meint: "Caro ißt noch!" Um 16 Uhr ist Kaffeepause im Kindergarten, normalerweise bin ich pünktlich zu deren Ende gegen 16:15 Uhr nach der Arbeit dort. Da montags unsere Vorpubertärblondine aber um viertel vor fünf schon wieder in der Schule (die neben dem Kindergarten liegt) sein muss, weil sie dort Folkloretanz lernt, lohnt es sich nicht, die beiden Kindergartenblondinen vorher abzuholen. Von daher bin ich montags später dran und war bass erstaunt zu hören, dass die Mini-Blondine mit dem Essen noch nicht fertig ist.
Die Erzieherin, die bei Caro ausgeharrt hat, sagte dann, dass diese sich beharrlich geweigert habe, zu essen, während die anderen aßen und auch nicht bereit war, über ihr Gründe darüber zu sprechen. Sie habe erst angefangen zu essen, als alle anderen bereits fertig waren. Hm......"Caro, warum wolltest nicht mit den anderen essen??" Genervter Blick "Die quatschen mir zuviel!"
Sonntag, 21. August 2011
Kindergeburtstag
So sehr Kinderaugen bei diesen Worten anfangen zu strahlen, so umwölken sich - böses ahnend - die Augen der Mütter, die schon die ein oder andere Festivität hinter sich haben....
Eigentlich habe ich ja Glück: Die Geburtstage meiner Lieben (von meinem mal abgesehen, den ich aber sowieso tunlichst vermeide zu feiern) liegen recht nah beieinander, von August bis Anfang November. So hat man anschließend fast ein dreiviertel Jahr Pause - und das ist auch gut so!
Aber jetzt war es wieder so weit, Kindergeburtstag 1 des Jahres stand an - unsere "Große" ist jetzt schon 8 Jahre alt. Im Rückblick kann man es kaum fassen, dass sie jetzt schon so groß ist, vom Verhalten her würde sie allerdings bereits als Teenie durchgehen....
Als berufstätige Mutter, und das in Vollzeit (pfui pfui), feiert man auf einem Samstag. Da netterweise genau für diesen Samstag auch hier im hohen Norden mal sommerliches Wetter angesagt war, paßte das natürlich gut.
Befremden rief wohl bei den Eltern der eingeladenen Kindern die Uhrzeit hervor: geladen war von 10-13:30 Uhr - nein nicht ab 15 Uhr.
So ein Wochenende ist sowieso sehr kurz und so ist der Samstag Nachmittag dann schon wieder ruhiger, wogegen ein Kindergeburtstag am Nachmittag den gesamten Samstag veranschlagt und man danach sowieso nur noch aufs Sofa kippt.
Nach einigem Nachdenken fiel dem Großteil der Eltern auch noch auf, dass diese Uhrzeit sich auch besser mit ihrer eigenen Wochenendplanung vertrug - an besagtem Samstag war hier nämlich auch Einschulung, was hier groß gefeiert wird und so waren einige der Gäste nachmittags noch woanders eingeladen und so ersparte man dem Kind die Qual der Wahl.
Ganz davon abgesehen ist ein Kindergeburtstag im Hochsommer, wenn tatsächlich hochsommerliche Temperaturen herrschen, für keine ein Vergnügen, da die Kinder auch im gesetzten Alter von 8 Jahren aufgrund der Hitze schnell quengelig werden.
Die ganze Veranstaltung war auch noch die Premiere des hauseigenen Y-Chromosomenträgers, wurden doch bisher die Kindergeburtstage meist in der Woche und am Nachmittag abgehalten, wo er arbeiten war und erst nach Hause eilte, wenn alles vorbei und wieder aufgeräumt war. Für mich hingegen, die ich bisher alle Kindergeburtstag in Eigenregie hinter mich gebracht habe, war das natürlich eine Erleichterung - Unterstützung!!!
Da Männer im allgemeinen und mein Exemplar im Besonderen grundsätzlich davon ausgehen, dass niemand eine Sache besser einschätzen kann als sie selbst (auch und schon gar nicht die eigene Frau, die das seit Jahren macht), witzelte er noch vormittags: "Wie? Nur dreieinhalb Stunden dauert da? Das ist ja gar nichts!!!" Sanft machte ich ihn darauf aufmerksam, dass sich diese Stunden ziemlich ziehen können und wir könnten da ja nachher nochmal drüber sprechen, dazu kam es allerdings nicht mehr....
Pünktlich rückten die aufgedrehten Mädels (in dem Alter sind Jungs noch doof, gemischte Geburtstagsfeiern von daher selten) an. Ganz allein unter einer Horde von weiblichen Wesen (oder einer noch größeren Horde als gewöhnlich), war die Aufgabe des einzigen Mannes im Haus klar definiert: Animation! Sprich die ganze Geburtstagsspieleaktion war seine Sache. Als routinierter Kindergeburtstagshaushalt verfügen wir über eine gute Ausstattung, was diese Dinge angeht, wie Sackhüpfsäcke, Eierlaufutensilien, etc.
Anfangs machten die Mädels auch noch gut mit, nach einer halben Stunde klagten die ersten über die immense Hitze (wir hatten immerhin schon 23 Grad) und nach 45 Minuten war immer mindestens eine am meckern, dass sie das aktuelle Spiel "sowas von hasse" - dem Vater des Kindes brach der Schweiß aus.
Auch das Geburtstagskind zeigte nicht die besten Gastgeberqualitäten und zickte mitunter, was das Zeug hält - als diplomatisch veranlagte Mama bekam man das aber alles wieder in den Griff.
Unsere Nachbarn allerdings müssen gedacht haben, bei uns steigt eine Abba-Revival-Party. Meine beiden Großen haben nämlich eine Vorliebe für Mamma Mia! und den dazu gehörigen Soundtrack entwickelt, sodass bei jedem Spiel, das Musik benötigte, lauthals Abba durch den Garten und das ganze Wohnviertel schallte.
Interessant war, dass die Mädels schier ausflippten bei Spielen, wo ich eigentlich angenommen hatte, dass sie das mittlerweile als "Babykram" empfinden würden, aber: Topfschlagen und Stopptanz gehen auch mit 8 noch hervorragend!
Im Großen und Ganzen haben wir die Feier ohne größere Verluste über die Bühne bekommen, wie immer waren die Mädels, soviel Gezicke zwischendurch war, in der letzten Stunde ein Herz und eine Seele, sodass alle traurig waren, als sie wieder abgeholt wurden.
Zehn Minuten vor diesem Zeitpunkt kam es dann allerdings noch zum - wohl notwendigen Unfall - keine Feier ohne den statistischen Unfall. Ein - leicht übergewichtiges - Mädchen plumpste beim Versuch, sich vom Stehen zum Sitzen zu bringen, aus ca. 2 m Höhe von der Schaukel - und blieb einfach liegen...
In solchen Momenten steigt der Adrenalinspiegel in 0,01 Sekunden in ungeahnte Höhen - der Vater des Geburtstagskindes eilte in Windeseile zur Hilfe und wuchtete die Verunfallte hoch, um sie ins Wohnzimmer aufs Sofa zu bringen - und brach unterwegs auf der Terrasse fast zusammen......aber dem Kind war Gottseidank nichts passiert, sie hatte sich nur gehörig erschrocken.
Also alles in allem ein gelungener Kindergeburtstag, die Mädels fanden es gut und wir haben gelernt, dass eine Horde 8jähriger in pubertäres Kichern ausbrechen kann, sobald eine von Ihnen das Wort "Penis" in den Mund nimmt....
Und zurück zu "nur dreieinhalb Stunden": Nachdem die Geburtstagsgäste weg waren, benötigte der Hausherr dringen Schlaf und zog sich zurück, ca. 14:15 Uhr....aufgestanden ist er dann erst am folgenden Morgen wieder.....
Zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, dass er in der vorherigen Nacht Support hatte und mehrmals nachts wegen irgendwelcher Probleme irgendwo auf dem Erdball aus dem Schlaf geklingelt wurde....ich zwar auch, aber wir wissen alle: "Echte Mamas brauchen keinen Schlaf"
Eigentlich habe ich ja Glück: Die Geburtstage meiner Lieben (von meinem mal abgesehen, den ich aber sowieso tunlichst vermeide zu feiern) liegen recht nah beieinander, von August bis Anfang November. So hat man anschließend fast ein dreiviertel Jahr Pause - und das ist auch gut so!
Aber jetzt war es wieder so weit, Kindergeburtstag 1 des Jahres stand an - unsere "Große" ist jetzt schon 8 Jahre alt. Im Rückblick kann man es kaum fassen, dass sie jetzt schon so groß ist, vom Verhalten her würde sie allerdings bereits als Teenie durchgehen....
Als berufstätige Mutter, und das in Vollzeit (pfui pfui), feiert man auf einem Samstag. Da netterweise genau für diesen Samstag auch hier im hohen Norden mal sommerliches Wetter angesagt war, paßte das natürlich gut.
Befremden rief wohl bei den Eltern der eingeladenen Kindern die Uhrzeit hervor: geladen war von 10-13:30 Uhr - nein nicht ab 15 Uhr.
So ein Wochenende ist sowieso sehr kurz und so ist der Samstag Nachmittag dann schon wieder ruhiger, wogegen ein Kindergeburtstag am Nachmittag den gesamten Samstag veranschlagt und man danach sowieso nur noch aufs Sofa kippt.
Nach einigem Nachdenken fiel dem Großteil der Eltern auch noch auf, dass diese Uhrzeit sich auch besser mit ihrer eigenen Wochenendplanung vertrug - an besagtem Samstag war hier nämlich auch Einschulung, was hier groß gefeiert wird und so waren einige der Gäste nachmittags noch woanders eingeladen und so ersparte man dem Kind die Qual der Wahl.
Ganz davon abgesehen ist ein Kindergeburtstag im Hochsommer, wenn tatsächlich hochsommerliche Temperaturen herrschen, für keine ein Vergnügen, da die Kinder auch im gesetzten Alter von 8 Jahren aufgrund der Hitze schnell quengelig werden.
Die ganze Veranstaltung war auch noch die Premiere des hauseigenen Y-Chromosomenträgers, wurden doch bisher die Kindergeburtstage meist in der Woche und am Nachmittag abgehalten, wo er arbeiten war und erst nach Hause eilte, wenn alles vorbei und wieder aufgeräumt war. Für mich hingegen, die ich bisher alle Kindergeburtstag in Eigenregie hinter mich gebracht habe, war das natürlich eine Erleichterung - Unterstützung!!!
Da Männer im allgemeinen und mein Exemplar im Besonderen grundsätzlich davon ausgehen, dass niemand eine Sache besser einschätzen kann als sie selbst (auch und schon gar nicht die eigene Frau, die das seit Jahren macht), witzelte er noch vormittags: "Wie? Nur dreieinhalb Stunden dauert da? Das ist ja gar nichts!!!" Sanft machte ich ihn darauf aufmerksam, dass sich diese Stunden ziemlich ziehen können und wir könnten da ja nachher nochmal drüber sprechen, dazu kam es allerdings nicht mehr....
Pünktlich rückten die aufgedrehten Mädels (in dem Alter sind Jungs noch doof, gemischte Geburtstagsfeiern von daher selten) an. Ganz allein unter einer Horde von weiblichen Wesen (oder einer noch größeren Horde als gewöhnlich), war die Aufgabe des einzigen Mannes im Haus klar definiert: Animation! Sprich die ganze Geburtstagsspieleaktion war seine Sache. Als routinierter Kindergeburtstagshaushalt verfügen wir über eine gute Ausstattung, was diese Dinge angeht, wie Sackhüpfsäcke, Eierlaufutensilien, etc.
Anfangs machten die Mädels auch noch gut mit, nach einer halben Stunde klagten die ersten über die immense Hitze (wir hatten immerhin schon 23 Grad) und nach 45 Minuten war immer mindestens eine am meckern, dass sie das aktuelle Spiel "sowas von hasse" - dem Vater des Kindes brach der Schweiß aus.
Auch das Geburtstagskind zeigte nicht die besten Gastgeberqualitäten und zickte mitunter, was das Zeug hält - als diplomatisch veranlagte Mama bekam man das aber alles wieder in den Griff.
Unsere Nachbarn allerdings müssen gedacht haben, bei uns steigt eine Abba-Revival-Party. Meine beiden Großen haben nämlich eine Vorliebe für Mamma Mia! und den dazu gehörigen Soundtrack entwickelt, sodass bei jedem Spiel, das Musik benötigte, lauthals Abba durch den Garten und das ganze Wohnviertel schallte.
Interessant war, dass die Mädels schier ausflippten bei Spielen, wo ich eigentlich angenommen hatte, dass sie das mittlerweile als "Babykram" empfinden würden, aber: Topfschlagen und Stopptanz gehen auch mit 8 noch hervorragend!
Im Großen und Ganzen haben wir die Feier ohne größere Verluste über die Bühne bekommen, wie immer waren die Mädels, soviel Gezicke zwischendurch war, in der letzten Stunde ein Herz und eine Seele, sodass alle traurig waren, als sie wieder abgeholt wurden.
Zehn Minuten vor diesem Zeitpunkt kam es dann allerdings noch zum - wohl notwendigen Unfall - keine Feier ohne den statistischen Unfall. Ein - leicht übergewichtiges - Mädchen plumpste beim Versuch, sich vom Stehen zum Sitzen zu bringen, aus ca. 2 m Höhe von der Schaukel - und blieb einfach liegen...
In solchen Momenten steigt der Adrenalinspiegel in 0,01 Sekunden in ungeahnte Höhen - der Vater des Geburtstagskindes eilte in Windeseile zur Hilfe und wuchtete die Verunfallte hoch, um sie ins Wohnzimmer aufs Sofa zu bringen - und brach unterwegs auf der Terrasse fast zusammen......aber dem Kind war Gottseidank nichts passiert, sie hatte sich nur gehörig erschrocken.
Also alles in allem ein gelungener Kindergeburtstag, die Mädels fanden es gut und wir haben gelernt, dass eine Horde 8jähriger in pubertäres Kichern ausbrechen kann, sobald eine von Ihnen das Wort "Penis" in den Mund nimmt....
Und zurück zu "nur dreieinhalb Stunden": Nachdem die Geburtstagsgäste weg waren, benötigte der Hausherr dringen Schlaf und zog sich zurück, ca. 14:15 Uhr....aufgestanden ist er dann erst am folgenden Morgen wieder.....
Zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, dass er in der vorherigen Nacht Support hatte und mehrmals nachts wegen irgendwelcher Probleme irgendwo auf dem Erdball aus dem Schlaf geklingelt wurde....ich zwar auch, aber wir wissen alle: "Echte Mamas brauchen keinen Schlaf"
Freitag, 19. August 2011
Die Welt wird größer und kleiner
Sooo, nachdem die Au Pair - lose Zeit angebrochen ist und die Oma netterweise noch die restliche Zeit, bis die Schulferien vorbei sind, überbrückt hat, sind wir jetzt wieder "entre nous" - fühlt sich ein bißchen so an wie als Teenie, wenn die Eltern im Urlaub sind, auf jeden Fall ungewohnt. Man gewöhnt sich doch schnell an eine zusätzliche Person im Haus und idealerweise in der Familie - jetzt ist unsere Welt wieder ein bißchen kleiner geworden....
Dafür hat sich die Welt der jüngsten Nachwuchsblondine in den letzten Tagen eindeutig gaaaaanz arg vergrößert: seit einer Woche ist sie ein amtliches Kindergartenkind.
Der Weg dorthin war, wie könnte es wohl anders sein bei uns, alles andere als geradlinig....
Ostwestfalen hat mich hinsichtlich der Unter-3-jährigen-Betreuung (kurz U3) wohl doch sehr verwöhnt. Okay, wir wohnen in einer Kleinstadt (das taten wir aber in OWL ebenfalls...) - hier allerdings gibt es aktuell (und überhaupt erst seit 2 Jahren) genau eine Gruppe für U3-Kinder, also ca. 16 Plätze!! Für den Kernort und alle umgebenden Dörfer zusammen!!! Die Kommunalregierung sah vorher keine Notwendigkeit......denn hier hat man als Frau einfach nicht zu arbeiten, bevor das Kind ein anständiges Kindergartenalter erreicht hat (nach Meinung vieler Mitbewohner dieses idyllischen Örtchens auch danach nicht, höchstens wenn das Jüngste dann mindestens 35 und gut verheiratet ist und auch dann nur Teilzeit...).
Bereits vor einem Jahr wurde mir gesagt, dass ich vor diesem Sommer nicht damit rechnen könnte einen Krippenplatz zu bekommen (aktuell ist das fragliche Kind 2 Jahre und 10,5 Monate, also ziemlich genau 1,5 Monate davon entfernt, gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz zu haben). Aber diese 1,5 Monate sollten uns noch viel beschäftigen....denn: das Jahr, bis überhaupt was machbar war, haben wir gut und schön mit unserer Au Pair - Ära abgedeckt, aber wir fanden doch, dass auch die sozialen Kontakte dem kleinen dickköpfigen blondlockigen Mädchen gut tun würden.
Da genau dieses Mädel sowieso demnächst 3 wird, fanden wir es einfacher, wenn sie direkt in den Kindergarten, ohne Umweg über die Krippe, hätte gehen können. Dank zweier älterer Schwestern ist Madame mittlerweile eher Kind denn Kleinkind, aaaaber: diese 1,5 Monate stellten uns ein Bein, sie hat nämlich noch keinen Anspruch auf einen normalen Ganztags-Kiga-Platz, da noch nicht 3 und könnte nur einen bekommen, wenn alle 3jährigen, die einen Ganztagsplatz möchten, einen haben und dann noch einer übrig ist - tja, war nicht...
Die Krippenleiterin hingegen fand (wie wir ja eigentlich auch), dass Madame eigentlich zu alt und zu weit entwickelt für die Krippe ist und sich dort langweilt: dumm für Sie: auf einen Krippenplatz bestand aber Anspruch, da der abhängig ist von Dingen wie dem Grad der Berufstätigkeit der Eltern und ob Geschwisterkinder ebenfalls Ganztagseinrichtungen besuchen.
Also fanden wir uns damit ab, dass sie doch erstmal ein Jahr in die Krippe geht - auch die zusätzliche Fahrerei hätten wir in Kauf genommen, denn die Krippe liegt in einem Ortsteil, während Grundschule und Kindergarten mit Ganztagsplätzen (wovon es immerhin knapp 25 gibt...) nicht nur im Ortskern, sondern auch nah bei Heim und Arbeit liegen.
Kurz vor den Kiga-Sommerferien dann die Nachricht der Kiga-Leiterin: Möglicherweise würde doch noch ein Ganztagsplatz wieder frei, den würden wir bekommen - sollte das so sein, würde sie sich aber noch vor den Kiga-Ferien melden - dem war aber nicht so, also stand fest: Ab in die Krippe!
Alles Notwendige mit den Erzieherinnen besprochen, Art und Dauer der Eingewöhnung und Krippen-Beginn, alles abgesprochen: los sollte es am 11.08. gehen - hey ho!
Am 10.08. dann der Anruf vom Kiga: Caro hat einen Platz, die Krippe weiß schon Bescheid!
Okay, wir sind ja flexibel, statt in die Krippe sind Mama und Nesthaken am nächsten Tag dann probeweise für eine Stunde in den Kiga marschiert. Nachwuchsblondine war begeistert: So viele Kinder auf einem Haufen!! Sie lernt schnell dazu: Männer gibt es auch in klein!! Jungs waren ihr bisher nicht merklich aufgefallen, da es in ihrem Dunstkreis vor allem Mädels gibt - Männer gab es nur in groß: Papa, Opas, Onkel (und davon hat sie eine Menge ;-) - aber nachdem sie festgestellt hatte, dass sie harmlos sind, durften sie bleiben, sie ist ja großzügig.
Am nächsten Tag ging es dann allein in den Kindergarten: ausgesetzt in der Fremde von der eigenen Oma, musste man erstmal Protest kund tun, aber sie ist ja ein schlaues Mädchen. War die Tür hinter der Oma zugefallen, hat sie erkannt, dass sie auch prompt aufhören kann zu weinen, um die Zeit effektiver zu nutzen und die neue Welt zu erkunden. Als sie mittags wieder "erlöst" wurde, war sie schwer begeistert!
Montags durfte sie dann nochmal den Vormittag testen und Dienstag zum Mittagessen bleiben - ganz klar ein Pluspunkt! Neben Frühstück gibt es auch noch Mittagessen!! Essen ist für diese Nachwuchsblondine eigentlich IMMER ein Argument. Am Mittwoch dann der große Test: Würde sie nicht nur bis zum Feierabend der Mama dort bleiben, sondern sich mittags sogar hinlegen lassen?? Jawoll!! Das war das absolute Highlight der Kiga-Eingewöhnung für sie! Kaum war ich durch die Tür, stürmte sie mir entgegen und krähte glücklich: "Mama!!! Ich hab auf die Boden gesläft!!!"
Womit man Kinder doch glücklich machen kann: eine Matratze auf dem Boden statt eines Bettes ist ein totales Abenteuer!
Ebenfalls erwähnt sein sollte an dieser Stelle der mitleidige Blick ihres Erziehungsberechtigten, als dieser nach genau diesem Satz leise zu mir meinte: "Haben sie ihr wenigstens eine Decke gegeben??" Er hat das mit dem Fußboden wörtlich genommen....
So können wir nach gut einer Woche Kindergarten sagen: Ihre Welt hat sich vergrößert und ist reich an neuen Erfahrungen, die sie uns dann allerdings gern bis 22 Uhr abends am Stück wiederholt erzählen muss...nix mit schlafen...
Ach ja, was die Ganztagsbetreuung später angeht: Hat man einen Ganztagskindergartenplatz ergattert, geht es einem gut! Es wird eine großzügige Betreuungsspanne angeboten, Früh- und Spätdienst inklusive, 5 Tage die Woche, wunderbar. Dumm, dass die Schulpflicht auch für unser Örtchen gilt, denn kann man (falls notwendig) den Nachwuchs im Kiga bis 18 Uhr betreuen lassen, endet die Betreuung in der "Ganztags"Betreuung der Grundschule um 15:45 Uhr....freitags gibt es keine, da müssen die Kinder um 12:25 Uhr nach Hause...aber hier hat man als Frau ja eh nicht zu arbeiten....schon gar nicht mit 3 Kindern...und überhaupt schon gar nicht Vollzeit...
Dafür hat sich die Welt der jüngsten Nachwuchsblondine in den letzten Tagen eindeutig gaaaaanz arg vergrößert: seit einer Woche ist sie ein amtliches Kindergartenkind.
Der Weg dorthin war, wie könnte es wohl anders sein bei uns, alles andere als geradlinig....
Ostwestfalen hat mich hinsichtlich der Unter-3-jährigen-Betreuung (kurz U3) wohl doch sehr verwöhnt. Okay, wir wohnen in einer Kleinstadt (das taten wir aber in OWL ebenfalls...) - hier allerdings gibt es aktuell (und überhaupt erst seit 2 Jahren) genau eine Gruppe für U3-Kinder, also ca. 16 Plätze!! Für den Kernort und alle umgebenden Dörfer zusammen!!! Die Kommunalregierung sah vorher keine Notwendigkeit......denn hier hat man als Frau einfach nicht zu arbeiten, bevor das Kind ein anständiges Kindergartenalter erreicht hat (nach Meinung vieler Mitbewohner dieses idyllischen Örtchens auch danach nicht, höchstens wenn das Jüngste dann mindestens 35 und gut verheiratet ist und auch dann nur Teilzeit...).
Bereits vor einem Jahr wurde mir gesagt, dass ich vor diesem Sommer nicht damit rechnen könnte einen Krippenplatz zu bekommen (aktuell ist das fragliche Kind 2 Jahre und 10,5 Monate, also ziemlich genau 1,5 Monate davon entfernt, gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz zu haben). Aber diese 1,5 Monate sollten uns noch viel beschäftigen....denn: das Jahr, bis überhaupt was machbar war, haben wir gut und schön mit unserer Au Pair - Ära abgedeckt, aber wir fanden doch, dass auch die sozialen Kontakte dem kleinen dickköpfigen blondlockigen Mädchen gut tun würden.
Da genau dieses Mädel sowieso demnächst 3 wird, fanden wir es einfacher, wenn sie direkt in den Kindergarten, ohne Umweg über die Krippe, hätte gehen können. Dank zweier älterer Schwestern ist Madame mittlerweile eher Kind denn Kleinkind, aaaaber: diese 1,5 Monate stellten uns ein Bein, sie hat nämlich noch keinen Anspruch auf einen normalen Ganztags-Kiga-Platz, da noch nicht 3 und könnte nur einen bekommen, wenn alle 3jährigen, die einen Ganztagsplatz möchten, einen haben und dann noch einer übrig ist - tja, war nicht...
Die Krippenleiterin hingegen fand (wie wir ja eigentlich auch), dass Madame eigentlich zu alt und zu weit entwickelt für die Krippe ist und sich dort langweilt: dumm für Sie: auf einen Krippenplatz bestand aber Anspruch, da der abhängig ist von Dingen wie dem Grad der Berufstätigkeit der Eltern und ob Geschwisterkinder ebenfalls Ganztagseinrichtungen besuchen.
Also fanden wir uns damit ab, dass sie doch erstmal ein Jahr in die Krippe geht - auch die zusätzliche Fahrerei hätten wir in Kauf genommen, denn die Krippe liegt in einem Ortsteil, während Grundschule und Kindergarten mit Ganztagsplätzen (wovon es immerhin knapp 25 gibt...) nicht nur im Ortskern, sondern auch nah bei Heim und Arbeit liegen.
Kurz vor den Kiga-Sommerferien dann die Nachricht der Kiga-Leiterin: Möglicherweise würde doch noch ein Ganztagsplatz wieder frei, den würden wir bekommen - sollte das so sein, würde sie sich aber noch vor den Kiga-Ferien melden - dem war aber nicht so, also stand fest: Ab in die Krippe!
Alles Notwendige mit den Erzieherinnen besprochen, Art und Dauer der Eingewöhnung und Krippen-Beginn, alles abgesprochen: los sollte es am 11.08. gehen - hey ho!
Am 10.08. dann der Anruf vom Kiga: Caro hat einen Platz, die Krippe weiß schon Bescheid!
Okay, wir sind ja flexibel, statt in die Krippe sind Mama und Nesthaken am nächsten Tag dann probeweise für eine Stunde in den Kiga marschiert. Nachwuchsblondine war begeistert: So viele Kinder auf einem Haufen!! Sie lernt schnell dazu: Männer gibt es auch in klein!! Jungs waren ihr bisher nicht merklich aufgefallen, da es in ihrem Dunstkreis vor allem Mädels gibt - Männer gab es nur in groß: Papa, Opas, Onkel (und davon hat sie eine Menge ;-) - aber nachdem sie festgestellt hatte, dass sie harmlos sind, durften sie bleiben, sie ist ja großzügig.
Am nächsten Tag ging es dann allein in den Kindergarten: ausgesetzt in der Fremde von der eigenen Oma, musste man erstmal Protest kund tun, aber sie ist ja ein schlaues Mädchen. War die Tür hinter der Oma zugefallen, hat sie erkannt, dass sie auch prompt aufhören kann zu weinen, um die Zeit effektiver zu nutzen und die neue Welt zu erkunden. Als sie mittags wieder "erlöst" wurde, war sie schwer begeistert!
Montags durfte sie dann nochmal den Vormittag testen und Dienstag zum Mittagessen bleiben - ganz klar ein Pluspunkt! Neben Frühstück gibt es auch noch Mittagessen!! Essen ist für diese Nachwuchsblondine eigentlich IMMER ein Argument. Am Mittwoch dann der große Test: Würde sie nicht nur bis zum Feierabend der Mama dort bleiben, sondern sich mittags sogar hinlegen lassen?? Jawoll!! Das war das absolute Highlight der Kiga-Eingewöhnung für sie! Kaum war ich durch die Tür, stürmte sie mir entgegen und krähte glücklich: "Mama!!! Ich hab auf die Boden gesläft!!!"
Womit man Kinder doch glücklich machen kann: eine Matratze auf dem Boden statt eines Bettes ist ein totales Abenteuer!
Ebenfalls erwähnt sein sollte an dieser Stelle der mitleidige Blick ihres Erziehungsberechtigten, als dieser nach genau diesem Satz leise zu mir meinte: "Haben sie ihr wenigstens eine Decke gegeben??" Er hat das mit dem Fußboden wörtlich genommen....
So können wir nach gut einer Woche Kindergarten sagen: Ihre Welt hat sich vergrößert und ist reich an neuen Erfahrungen, die sie uns dann allerdings gern bis 22 Uhr abends am Stück wiederholt erzählen muss...nix mit schlafen...
Ach ja, was die Ganztagsbetreuung später angeht: Hat man einen Ganztagskindergartenplatz ergattert, geht es einem gut! Es wird eine großzügige Betreuungsspanne angeboten, Früh- und Spätdienst inklusive, 5 Tage die Woche, wunderbar. Dumm, dass die Schulpflicht auch für unser Örtchen gilt, denn kann man (falls notwendig) den Nachwuchs im Kiga bis 18 Uhr betreuen lassen, endet die Betreuung in der "Ganztags"Betreuung der Grundschule um 15:45 Uhr....freitags gibt es keine, da müssen die Kinder um 12:25 Uhr nach Hause...aber hier hat man als Frau ja eh nicht zu arbeiten....schon gar nicht mit 3 Kindern...und überhaupt schon gar nicht Vollzeit...
Sonntag, 31. Juli 2011
Au Pair-los: Die Fortsetzung
Sooo, wo waren wir, ach ja:
Nachdem wir bereits zwei Au Paris hatten, die nicht nur wir, sondern auch die Kinder und umgekehrt ins Herz geschlossen hatten, dachten wir, es wäre doch nett, ein Au Pair zu haben, das länger als drei Monate bleibt. Der Abschied war immer traurig, auf jedes neue Au Pair muss man sich erst einstellen und umgekehrt....schwierig, da wir ja die ganzen Visaformalitäten nicht wollten...aber wir hatten "Glück" (die Anführungszeichen erklären sich später von allein...) Bei uns bewarb sich ein kanadisches Mädchen, das gern ein Jahr bleiben wollte, die bereits im Besitz eines Visums und einer Krankenversicherung war und da dieses Visum allgemein fürs Arbeiten in Deutschland galt und kein spezielles Au Pair - Visum war, waren wir als Familie auch nicht in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nach einem Jahr brav das Land wieder verlässt. Da ihr Freund, der vorher ein Jahr in Kanada war, in der Nähe wohnt, wollte sie natürlich unbedingt in diese Gegend. Kleinstadt? Kein Problem (ihre Aussage), da sie ihre Freizeit eh bei ihrem Freund in der Großstadt zu verbringen trachtete. Drei Kinder? Kein Problem (ihre Aussage), schließlich habe sie bereits in der Kindertagespflege gearbeitet. Okay, ihre Deutschkenntnisse wären nicht soooo gut (sie hätte auch Reiseprospekte verfassen können, von wegen verkehrsgünstig gelegen = Autobahn direkt vorm Hotel), aber mit den Kids würde sie sich schon verständigen können. Einziges Manko: Sie konnte erst Ende Oktober anfangen, also gut 6 Woche nach dem Termin, an dem Emilia uns verlassen wollte/musste/würde.
Aber auch dafür fand sich eine Lösung: Emilias Cousine Magda, die nach Beendigung ihres Studiums gerade auf Jobsuche war, erklärte sich bereit, einzuspringen. Auch die Erfahrung mit Magda, so kurz sie auch war, war durchweg positiv! Wir hatten ein schöne Zeit, die Kinder mochten sie, wir mochten sie, ich wage zu behaupten, sie uns auch, sie kam gut mit allem klar, alles wunderbar, wie gesagt, nur sehr kurz.
In der Zeit, in der Magda bei uns war, wechselte ich dann auch den Job: weg von eineinhalb Stunden Fahrtzeit pro Strecke, angewiesen sein auf Zugfahrzeiten, Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit hin zu einem normalen Arbeitsalltag Montag bis Freitag, 35 Stunden pro Woche, direkt um die Ecke, also jederzeit im Notfall verfügbar. Es sollte sich zeigen, dass dies später noch absolut notwendig sein würde...
Erst einmal freuten wir uns auf die Ankunft des neuen Au Paris, geplant auch das letzte, da unsere jüngste Nachwuchsblondine im kommenden Sommer ja in die Kita kommen sollte, sodass wir nicht länger auf Au Pairs angewiesen wären.
Sie kam und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Erst einmal lernten wir, dass "nicht so gute Deutschkenntnisse" gleichzusetzen war mit "ich kann hallo sagen" - das wars und zwar komplett und auch bei ihrem Auszug, zu dem wir noch kommen, war nicht viel mehr vorhanden, denn O-Ton: "Ach deutsch lernen ist mir zu anstrengend..." So wollte sie auch keinen Deutschkurs besuchen, was wir ihr anboten und dringend anrieten, aber regelmäßig irgendwo hin zu müssen und möglicherweise dort auch noch etwas zu tun - neee, das war nicht ihr Ding, das merkten wir schnell.
Zuerst einmal klärte sie uns auf, dass sie mit Familienleben nichts am Hut habe, das kenne sie nicht von zu Hause, das interessiere sie auch nicht. Das umfasste nicht nur Familienausflüge, zu denen wir normalerweise unsere Au Paris zwar einluden, was sie aber nicht mitmachen mussten, sondern auch Dinge wie gemeinsame Mahlzeiten.
Für Au Pair - Unerfahrene: Au Pair heißt "auf Gegenseitigkeit". In dem ganzen Projekt geht es darum, dass die Familie profitiert (Kinderbetreuung, Mithilfe im Haushalt, Kennenlernen anderer Kulturen) und ebenso das Au Pair profitiert (Verbesserung der Sprachkenntnisse, Leben in einer Familie und damit verbunden das Kennenlernen der inländischen Kultur, Gepflogenheiten, etc) - da hatte wohl jemand nicht wirklich gut recherchiert.
Mithilfe im Haushalt konnten wir uns auch schnell abschminken, sie hinterließ, wo sie ging und stand Chaos....Dreck in der Küche, ihr Zimmer bzw. Bad war absolut nicht betretbar, wobei hey, das ist mir gleich, es ist ihr Zimmer, da gehe ich auch nicht rein, solang es beim Auszug wieder gescheit aussieht...
So, mit all dem hätten wir leben können, wenn sie sich gescheit um die Mädels gekümmert hätte - wohlgemerkt hätte, man beachte den Konjunktiv! Denn - sich um die Kinder kümmern langweilte Madame endlos. So holte sie zwar - meist - wie angetragen die beiden Großen von Kiga und Schule ab, verbrachte aber meist den Vormittag samt unserer Jüngsten vorm TV..nicht das, was wir uns für unsere Zweijährige wünschen...
Dazu kam, dass ihr Freizeitplan nicht so aufging, wie von ihr angedacht: Ihr Boyfriend hatte nämlich noch ein eigenes Leben samt Schule, Sport und Freunden, sodass er eben nicht jeden Nachmittag und sämtliche Wochenenden komplett mit ihr verbrachte, was ihr ebenso wenig zusagte. Ihre miese Stimmung lebte sie dann lang und breit hier aus - wir haben sie kaum je lächeln sehen...da sie aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnis, im Gegensatz zu unseren anderen Au Paris, auch keine Gleichaltrigen hier kennenlernte, boten wir ihr an, mal mit einer Kollegin von mir zum Handball zu gehen und dort Gleichaltrige zu treffen, die halt auch im Zweifelsfall englisch sprechen. Zweimal war sie da, wovon sie, so wurde mir gesagt, eineinhalb Mal nur auf der Bank saß...soviel dazu.
Ach ja, wir durften dann auch diverse "Nebensächlichkeiten" erfahren, die sie uns vorab verschwiegen hatte - wie gesagt, ganz unbedeutende Nebensächlichkeiten, wie schwere Depressionen, Suizidneigung, Angstattacken- jupp, genau SO jemanden hätte ich mir ausgesucht, wenn sie mit offenen Karten gespielt hätte.
Wenn man all dies so liest, verstehe ich selbst nicht, dass wir dies tatsächlich fünf Monate durchgehalten haben!!! Aber wir glauben ja pauschal an das Gute im Menschen und gegen Ende eines Jahres auf dem platten Land spontan ein neues Au Pair zu finden, ist auch nicht wirklich einfach...
Als sie dann allerdings eines schönen Tages meinte, mich in einer Besprechung anrufen zu müssen, um mir mitzuteilen, dass sie sich heute nicht in der Lage fühle (nein, sie hatten keine Beinbruch oder lag mit 40 Grad Fieber darnieder, sondern es nieselte draußen und sie hatte schlechte Laune, weil die Züge streikten und sie nicht zu ihrem Freund fahren konnte) meine Mittlere aus dem Kiga abzuholen, ich dies erledigte, anschließend meine Mittlere mit zur Arbeit nahm, das Dringendste erledigt und anschließend zwei Stunden früher nach Hause eilte - immerhin wusste ich nicht, ob und wie sie sich um meine Jüngste kümmerte - sie mich kommen sah, in ihr Zimmer verschwand und bis zum nächsten Mittag nicht wieder heraus kam...Da war es dann doch genug und wir baten sie, auszuziehen....übrigens kein Problem für sie, da sie sich, ohne uns zu informieren, bereits einen Job in einem Pub gesucht hatte und uns eh in 10 Tagen zu verlassen trachtete......sie rief einen Bekannten an und zwei Stunden später war sie, samt Unmengen an Gepäck, ausgezogen.
Dies war natürlich die stark verkürzte Version, ich könnte allein über diese fünf Monate ein ganzes Buch schreiben....naja und das benutzte Geschirr, das wir anschließend in der Kommode unter der sauberen Bettwäsche fanden, hat uns dann ebenso wenig gewundert, wie die abgeschnittenen Zehennägel im Kleiderschrank...
Die Blondinenoma konnte Gott sei Dank kurzfristig einspringen und die Zeit überbrücken, die wir brauchten, ein neues Au Pair zu finden. Dies gelang - bestimmt dank einer göttlichen Fügung oder um uns für die vergangenen Monate zu entschädigen - recht schnell und reibungslos und vor ziemlich genau drei Monaten kam Irene, unser zweiter spanischer Engel. Sie reihte sich übergangslos in die Phalanx der positiven Au Pair - Erfahrungen ein, war schnell in die Familie integriert, verwöhnte uns mit spanischen Köstlichkeiten (die Sangria ist unvergesslich) und hatte auch sonst alles im Griff - die drei Monate vergingen wie im Flug und am kommenden Donnerstag wird sie uns verlassen - so können wir unsere Au Pair - Ära doch noch mit positiven Erfahrungen abschließen!
Wir haben viel neues gelernt, erfahren, probiert, werden es aber auch sicher genießen, wieder "unter uns" zu sein.
Nachdem wir bereits zwei Au Paris hatten, die nicht nur wir, sondern auch die Kinder und umgekehrt ins Herz geschlossen hatten, dachten wir, es wäre doch nett, ein Au Pair zu haben, das länger als drei Monate bleibt. Der Abschied war immer traurig, auf jedes neue Au Pair muss man sich erst einstellen und umgekehrt....schwierig, da wir ja die ganzen Visaformalitäten nicht wollten...aber wir hatten "Glück" (die Anführungszeichen erklären sich später von allein...) Bei uns bewarb sich ein kanadisches Mädchen, das gern ein Jahr bleiben wollte, die bereits im Besitz eines Visums und einer Krankenversicherung war und da dieses Visum allgemein fürs Arbeiten in Deutschland galt und kein spezielles Au Pair - Visum war, waren wir als Familie auch nicht in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nach einem Jahr brav das Land wieder verlässt. Da ihr Freund, der vorher ein Jahr in Kanada war, in der Nähe wohnt, wollte sie natürlich unbedingt in diese Gegend. Kleinstadt? Kein Problem (ihre Aussage), da sie ihre Freizeit eh bei ihrem Freund in der Großstadt zu verbringen trachtete. Drei Kinder? Kein Problem (ihre Aussage), schließlich habe sie bereits in der Kindertagespflege gearbeitet. Okay, ihre Deutschkenntnisse wären nicht soooo gut (sie hätte auch Reiseprospekte verfassen können, von wegen verkehrsgünstig gelegen = Autobahn direkt vorm Hotel), aber mit den Kids würde sie sich schon verständigen können. Einziges Manko: Sie konnte erst Ende Oktober anfangen, also gut 6 Woche nach dem Termin, an dem Emilia uns verlassen wollte/musste/würde.
Aber auch dafür fand sich eine Lösung: Emilias Cousine Magda, die nach Beendigung ihres Studiums gerade auf Jobsuche war, erklärte sich bereit, einzuspringen. Auch die Erfahrung mit Magda, so kurz sie auch war, war durchweg positiv! Wir hatten ein schöne Zeit, die Kinder mochten sie, wir mochten sie, ich wage zu behaupten, sie uns auch, sie kam gut mit allem klar, alles wunderbar, wie gesagt, nur sehr kurz.
In der Zeit, in der Magda bei uns war, wechselte ich dann auch den Job: weg von eineinhalb Stunden Fahrtzeit pro Strecke, angewiesen sein auf Zugfahrzeiten, Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit hin zu einem normalen Arbeitsalltag Montag bis Freitag, 35 Stunden pro Woche, direkt um die Ecke, also jederzeit im Notfall verfügbar. Es sollte sich zeigen, dass dies später noch absolut notwendig sein würde...
Erst einmal freuten wir uns auf die Ankunft des neuen Au Paris, geplant auch das letzte, da unsere jüngste Nachwuchsblondine im kommenden Sommer ja in die Kita kommen sollte, sodass wir nicht länger auf Au Pairs angewiesen wären.
Sie kam und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Erst einmal lernten wir, dass "nicht so gute Deutschkenntnisse" gleichzusetzen war mit "ich kann hallo sagen" - das wars und zwar komplett und auch bei ihrem Auszug, zu dem wir noch kommen, war nicht viel mehr vorhanden, denn O-Ton: "Ach deutsch lernen ist mir zu anstrengend..." So wollte sie auch keinen Deutschkurs besuchen, was wir ihr anboten und dringend anrieten, aber regelmäßig irgendwo hin zu müssen und möglicherweise dort auch noch etwas zu tun - neee, das war nicht ihr Ding, das merkten wir schnell.
Zuerst einmal klärte sie uns auf, dass sie mit Familienleben nichts am Hut habe, das kenne sie nicht von zu Hause, das interessiere sie auch nicht. Das umfasste nicht nur Familienausflüge, zu denen wir normalerweise unsere Au Paris zwar einluden, was sie aber nicht mitmachen mussten, sondern auch Dinge wie gemeinsame Mahlzeiten.
Für Au Pair - Unerfahrene: Au Pair heißt "auf Gegenseitigkeit". In dem ganzen Projekt geht es darum, dass die Familie profitiert (Kinderbetreuung, Mithilfe im Haushalt, Kennenlernen anderer Kulturen) und ebenso das Au Pair profitiert (Verbesserung der Sprachkenntnisse, Leben in einer Familie und damit verbunden das Kennenlernen der inländischen Kultur, Gepflogenheiten, etc) - da hatte wohl jemand nicht wirklich gut recherchiert.
Mithilfe im Haushalt konnten wir uns auch schnell abschminken, sie hinterließ, wo sie ging und stand Chaos....Dreck in der Küche, ihr Zimmer bzw. Bad war absolut nicht betretbar, wobei hey, das ist mir gleich, es ist ihr Zimmer, da gehe ich auch nicht rein, solang es beim Auszug wieder gescheit aussieht...
So, mit all dem hätten wir leben können, wenn sie sich gescheit um die Mädels gekümmert hätte - wohlgemerkt hätte, man beachte den Konjunktiv! Denn - sich um die Kinder kümmern langweilte Madame endlos. So holte sie zwar - meist - wie angetragen die beiden Großen von Kiga und Schule ab, verbrachte aber meist den Vormittag samt unserer Jüngsten vorm TV..nicht das, was wir uns für unsere Zweijährige wünschen...
Dazu kam, dass ihr Freizeitplan nicht so aufging, wie von ihr angedacht: Ihr Boyfriend hatte nämlich noch ein eigenes Leben samt Schule, Sport und Freunden, sodass er eben nicht jeden Nachmittag und sämtliche Wochenenden komplett mit ihr verbrachte, was ihr ebenso wenig zusagte. Ihre miese Stimmung lebte sie dann lang und breit hier aus - wir haben sie kaum je lächeln sehen...da sie aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnis, im Gegensatz zu unseren anderen Au Paris, auch keine Gleichaltrigen hier kennenlernte, boten wir ihr an, mal mit einer Kollegin von mir zum Handball zu gehen und dort Gleichaltrige zu treffen, die halt auch im Zweifelsfall englisch sprechen. Zweimal war sie da, wovon sie, so wurde mir gesagt, eineinhalb Mal nur auf der Bank saß...soviel dazu.
Ach ja, wir durften dann auch diverse "Nebensächlichkeiten" erfahren, die sie uns vorab verschwiegen hatte - wie gesagt, ganz unbedeutende Nebensächlichkeiten, wie schwere Depressionen, Suizidneigung, Angstattacken- jupp, genau SO jemanden hätte ich mir ausgesucht, wenn sie mit offenen Karten gespielt hätte.
Wenn man all dies so liest, verstehe ich selbst nicht, dass wir dies tatsächlich fünf Monate durchgehalten haben!!! Aber wir glauben ja pauschal an das Gute im Menschen und gegen Ende eines Jahres auf dem platten Land spontan ein neues Au Pair zu finden, ist auch nicht wirklich einfach...
Als sie dann allerdings eines schönen Tages meinte, mich in einer Besprechung anrufen zu müssen, um mir mitzuteilen, dass sie sich heute nicht in der Lage fühle (nein, sie hatten keine Beinbruch oder lag mit 40 Grad Fieber darnieder, sondern es nieselte draußen und sie hatte schlechte Laune, weil die Züge streikten und sie nicht zu ihrem Freund fahren konnte) meine Mittlere aus dem Kiga abzuholen, ich dies erledigte, anschließend meine Mittlere mit zur Arbeit nahm, das Dringendste erledigt und anschließend zwei Stunden früher nach Hause eilte - immerhin wusste ich nicht, ob und wie sie sich um meine Jüngste kümmerte - sie mich kommen sah, in ihr Zimmer verschwand und bis zum nächsten Mittag nicht wieder heraus kam...Da war es dann doch genug und wir baten sie, auszuziehen....übrigens kein Problem für sie, da sie sich, ohne uns zu informieren, bereits einen Job in einem Pub gesucht hatte und uns eh in 10 Tagen zu verlassen trachtete......sie rief einen Bekannten an und zwei Stunden später war sie, samt Unmengen an Gepäck, ausgezogen.
Dies war natürlich die stark verkürzte Version, ich könnte allein über diese fünf Monate ein ganzes Buch schreiben....naja und das benutzte Geschirr, das wir anschließend in der Kommode unter der sauberen Bettwäsche fanden, hat uns dann ebenso wenig gewundert, wie die abgeschnittenen Zehennägel im Kleiderschrank...
Die Blondinenoma konnte Gott sei Dank kurzfristig einspringen und die Zeit überbrücken, die wir brauchten, ein neues Au Pair zu finden. Dies gelang - bestimmt dank einer göttlichen Fügung oder um uns für die vergangenen Monate zu entschädigen - recht schnell und reibungslos und vor ziemlich genau drei Monaten kam Irene, unser zweiter spanischer Engel. Sie reihte sich übergangslos in die Phalanx der positiven Au Pair - Erfahrungen ein, war schnell in die Familie integriert, verwöhnte uns mit spanischen Köstlichkeiten (die Sangria ist unvergesslich) und hatte auch sonst alles im Griff - die drei Monate vergingen wie im Flug und am kommenden Donnerstag wird sie uns verlassen - so können wir unsere Au Pair - Ära doch noch mit positiven Erfahrungen abschließen!
Wir haben viel neues gelernt, erfahren, probiert, werden es aber auch sicher genießen, wieder "unter uns" zu sein.
Mittwoch, 27. Juli 2011
Eine Ära geht zu Ende oder: demnächst Au Pair - los
Okay, zugegeben, diese Ära ging nur knapp eineinhalb Jahre - aber z. B. im Leben einer noch-nicht-ganz-3-jährigen ist das eine laaaaange Zeit und selbst unsere demnächst-6-jährige Dramaqueen kann sich nicht mehr an eine nicht berufstätige Mama erinnern.
So ergab sich Anfang letzten Jahres die Situation, dass die Mama der Nachwuchsblondinen wieder arbeiten würde - noch vor der Stellensuche stand die Betreuungssituation: Ein Kind in der Schule, eins vormittags im Kindergarten, eine noch komplett daheim, Omas etc. 300 km entfernt....
Liebe Menschen aus meiner Heimat: solltet ihr glauben, unser kleines ostwestfälisches Städtchen sei weitab vom realen Leben und hinterwäldlerisch veranlagt, ich kann euch eines besseren belehren: Hier gibt es nur einen Kindergarten, der mehr als Halbtagsplätze anbietet und zwar für das gesamte Ortsgebiet inklusive aller umgebenen Dörfer....unsere Kindergartenblondine allerdings ging in den Kindergarten, der nur gut 200 Meter entfernt war - ein unbeschreiblicher Vorteil - aaaaber Halbtagskindergarten....
Unter 3jährigen-Betreuung??? Oh ja, in dem Sommer, in dem wir hier ins Norddeutsche gezogen sind, hat ganz neue eine Krippengruppe eröffnet: macht knapp 15 Plätze für unter 3jährige...jaaa ebenfalls für das gesamte Ortsgebiet und die Warteliste bestand natürlich schon Jahre, bevor wir hier herzogen - von vornherein keine Chance in absehbarer Zeit einen Platz für die Jüngste des Rudels zu bekommen. Der einzige Lichtblick: unsere Grundschule bietet Ganztagsbetreuung an - naja, zumindest bis 15:45 Uhr - natürlich nur von Montag bis Donnerstag.
Tagesmütter kann man mit der Lupe suchen, ohne Beziehungen nichts zu machen - aber hey, wir hatten doch schon ein paar Jahre zuvor, als es nur Nachwuchsblondine Nr. 1 gab, gute Erfahrungen mit einem Au Pair gemacht - das wäre es doch!
Gesagt, getan und auf die Suche gemacht. Mittlerweile ist die Agenturpflicht ja aufgehoben in Deutschland und es gibt diverse seriöse Internetplattformen.
Parallel zur Au Pair - Suche auf Arbeitssuche begeben, die überraschend schnell erfolgreich war. Aber es war auch überraschend schnell ein nettes, kompetent scheinendes Au Pair gefunden - Österreicherin, damit auch keine - nennenswerten - Sprachschwierigkeiten, was will man mehr? Also diverse Male kommuniziert, Anreisetermin abgesprochen, der doch einige Wochen vor Arbeitsbeginn liegen sollte, da unsere Jüngste bisher Fremdbetreuung nicht kannte und Arbeitsvertrag unterschrieben. 10 Tage vor Anreise eine Email bekommen, dass sie jetzt wohl doch nicht käme - öööhmmmm....weiter suchen, Zeitdruck hilft nicht wirklich, verhilft aber zu der Erkenntnis, dass es nicht wirklich hilfreich ist, ein Au Pair für gleich 3 Kinder zu suchen und außerhalb einer international bekannten Großstadt zu wohnen - trotzdem Glück gehabt und ein nettes spanisches Au Pair gefunden, die auch relativ kurzfristig anreisen konnte - so kam Luz zu uns! Luz unser Sonnenschein, auch jetzt, mehr als ein Jahr nach ihrer Abreise, noch immer nicht nur in Kontakt sondern in lebhaft positiver Erinnerung.
Ich wurde noch nie in meinem Leben so verwöhnt, wie in der Zeit mit ihr. Nicht nur, dass sie die Geduld aufbrachte, das Herz unseres Minis (damals noch keine 1 1/2 Jahre alt) zu erobern, die sie erstmal 10 volle Tage mit Missachtung strafte, sondern nach meinem Arbeitsbeginn es anscheinend problemlos schaffte mit blendender Laune Kinder und Haus im Zaum zu halten, während ich außer Hause weilte - es war immer aufgeräumt, sauber, alles erledigt, die Kinder zufrieden, das Essen fertig - herrlich!!
Leider haben europäische Au Pairs den Nachteil oft nur für ein Vierteljahr Au Pair sein zu wollen - gegenüber dem Vorteil, dass man sich dem ganzen Visumschaos nicht aussetzen muss, wie es bei außereuropäischen Au Pair's der Fall ist....So verließ uns auch Luz nach einem Vierteljahr.....nach einem kurzen zweitägigen Intermezzos mit einem afrikanischen Wechsel-Au Pair's (die mal abgesehen von ihren mangelnden Deutschkenntnissen im Leben nicht mit meinen willensstarken Töchtern fertig geworden wäre) kam - welch ein positiver Zufall für beide Seiten - Emilia zu uns.
Emilia kommt aus Polen, war bereits ein Dreiviertel Jahr Au Pair ganz in der Nähe, hatte sich um zwei Jungs gekümmert. Die Familie benötigte aber nicht länger ein Au Pair, da sie aber gern ihr Jahr voll machen wollte, paßte es für beide Seiten. Emilia hatte Caros Herz, die Au Pair ja mittlerweile kannte, schon noch kürzester Zeit erobert. Die beiden älteren Nachwuchsblondinen sind Fremden gegenüber generell aufgeschlossen und gewöhnen sich innerhalb von Stunden an neue Familienmitglieder, sodass von deren Seiten kein Problem zu erwarten war und auch keines auftrat. Noch dazu spricht Emilia derart fließend deutsch - da kommt manch Deutscher nicht mit.
Auch mit ihr verband uns eine freundschaftliche Beziehung, so haben wir auch fiesen Liebeskummer durchgestanden, wobei sich das im Nachhinein, soweit ich weiß ;-) , in Wohlgefallen aufgelöst hat und die beiden noch heute glücklich sind - aber auch Emilia musste uns dann verlassen, weil ihr Semester wieder begann...
Sooo, dies wird wohl ein Fortsetzungsroman, denn jetzt muss erstmal die jüngste Nachwuchsblondine ins Bett, die laut lamentierend neben mir steht, also:
to be continued...
So ergab sich Anfang letzten Jahres die Situation, dass die Mama der Nachwuchsblondinen wieder arbeiten würde - noch vor der Stellensuche stand die Betreuungssituation: Ein Kind in der Schule, eins vormittags im Kindergarten, eine noch komplett daheim, Omas etc. 300 km entfernt....
Liebe Menschen aus meiner Heimat: solltet ihr glauben, unser kleines ostwestfälisches Städtchen sei weitab vom realen Leben und hinterwäldlerisch veranlagt, ich kann euch eines besseren belehren: Hier gibt es nur einen Kindergarten, der mehr als Halbtagsplätze anbietet und zwar für das gesamte Ortsgebiet inklusive aller umgebenen Dörfer....unsere Kindergartenblondine allerdings ging in den Kindergarten, der nur gut 200 Meter entfernt war - ein unbeschreiblicher Vorteil - aaaaber Halbtagskindergarten....
Unter 3jährigen-Betreuung??? Oh ja, in dem Sommer, in dem wir hier ins Norddeutsche gezogen sind, hat ganz neue eine Krippengruppe eröffnet: macht knapp 15 Plätze für unter 3jährige...jaaa ebenfalls für das gesamte Ortsgebiet und die Warteliste bestand natürlich schon Jahre, bevor wir hier herzogen - von vornherein keine Chance in absehbarer Zeit einen Platz für die Jüngste des Rudels zu bekommen. Der einzige Lichtblick: unsere Grundschule bietet Ganztagsbetreuung an - naja, zumindest bis 15:45 Uhr - natürlich nur von Montag bis Donnerstag.
Tagesmütter kann man mit der Lupe suchen, ohne Beziehungen nichts zu machen - aber hey, wir hatten doch schon ein paar Jahre zuvor, als es nur Nachwuchsblondine Nr. 1 gab, gute Erfahrungen mit einem Au Pair gemacht - das wäre es doch!
Gesagt, getan und auf die Suche gemacht. Mittlerweile ist die Agenturpflicht ja aufgehoben in Deutschland und es gibt diverse seriöse Internetplattformen.
Parallel zur Au Pair - Suche auf Arbeitssuche begeben, die überraschend schnell erfolgreich war. Aber es war auch überraschend schnell ein nettes, kompetent scheinendes Au Pair gefunden - Österreicherin, damit auch keine - nennenswerten - Sprachschwierigkeiten, was will man mehr? Also diverse Male kommuniziert, Anreisetermin abgesprochen, der doch einige Wochen vor Arbeitsbeginn liegen sollte, da unsere Jüngste bisher Fremdbetreuung nicht kannte und Arbeitsvertrag unterschrieben. 10 Tage vor Anreise eine Email bekommen, dass sie jetzt wohl doch nicht käme - öööhmmmm....weiter suchen, Zeitdruck hilft nicht wirklich, verhilft aber zu der Erkenntnis, dass es nicht wirklich hilfreich ist, ein Au Pair für gleich 3 Kinder zu suchen und außerhalb einer international bekannten Großstadt zu wohnen - trotzdem Glück gehabt und ein nettes spanisches Au Pair gefunden, die auch relativ kurzfristig anreisen konnte - so kam Luz zu uns! Luz unser Sonnenschein, auch jetzt, mehr als ein Jahr nach ihrer Abreise, noch immer nicht nur in Kontakt sondern in lebhaft positiver Erinnerung.
Ich wurde noch nie in meinem Leben so verwöhnt, wie in der Zeit mit ihr. Nicht nur, dass sie die Geduld aufbrachte, das Herz unseres Minis (damals noch keine 1 1/2 Jahre alt) zu erobern, die sie erstmal 10 volle Tage mit Missachtung strafte, sondern nach meinem Arbeitsbeginn es anscheinend problemlos schaffte mit blendender Laune Kinder und Haus im Zaum zu halten, während ich außer Hause weilte - es war immer aufgeräumt, sauber, alles erledigt, die Kinder zufrieden, das Essen fertig - herrlich!!
Leider haben europäische Au Pairs den Nachteil oft nur für ein Vierteljahr Au Pair sein zu wollen - gegenüber dem Vorteil, dass man sich dem ganzen Visumschaos nicht aussetzen muss, wie es bei außereuropäischen Au Pair's der Fall ist....So verließ uns auch Luz nach einem Vierteljahr.....nach einem kurzen zweitägigen Intermezzos mit einem afrikanischen Wechsel-Au Pair's (die mal abgesehen von ihren mangelnden Deutschkenntnissen im Leben nicht mit meinen willensstarken Töchtern fertig geworden wäre) kam - welch ein positiver Zufall für beide Seiten - Emilia zu uns.
Emilia kommt aus Polen, war bereits ein Dreiviertel Jahr Au Pair ganz in der Nähe, hatte sich um zwei Jungs gekümmert. Die Familie benötigte aber nicht länger ein Au Pair, da sie aber gern ihr Jahr voll machen wollte, paßte es für beide Seiten. Emilia hatte Caros Herz, die Au Pair ja mittlerweile kannte, schon noch kürzester Zeit erobert. Die beiden älteren Nachwuchsblondinen sind Fremden gegenüber generell aufgeschlossen und gewöhnen sich innerhalb von Stunden an neue Familienmitglieder, sodass von deren Seiten kein Problem zu erwarten war und auch keines auftrat. Noch dazu spricht Emilia derart fließend deutsch - da kommt manch Deutscher nicht mit.
Auch mit ihr verband uns eine freundschaftliche Beziehung, so haben wir auch fiesen Liebeskummer durchgestanden, wobei sich das im Nachhinein, soweit ich weiß ;-) , in Wohlgefallen aufgelöst hat und die beiden noch heute glücklich sind - aber auch Emilia musste uns dann verlassen, weil ihr Semester wieder begann...
Sooo, dies wird wohl ein Fortsetzungsroman, denn jetzt muss erstmal die jüngste Nachwuchsblondine ins Bett, die laut lamentierend neben mir steht, also:
to be continued...
Montag, 11. Juli 2011
Ruhe und (Ent-)rümpeln
Im Blondinenhaushalt herrscht aktuell eine ungewohnte Ruhe. Da hier bereits die Sommerferien ausgebrochen sind, wurden die beiden ältesten Nachwuchsblondinen am Samstag nach Ostwestfalen überstellt und verbringen dort eine Woche bei ihren Großeltern - ich habe etwas von Lagerfeuer und Dämme bauen läuten hören, sie werden also gut beschäftigt sein.
Entsprechend ist nur noch der jüngste Spross daheim und so ein einzelnes Kind kommt einem dann schon ziemlich wenig vor.
Der gestrige Sonntag verlief dann auch herrlich entspannt - okay die Bügelwäsche wollte trotzdem bewältigt werden, aber so einen ganzen Korb am Stück zu bügeln, ohne alle zwei Minuten von diversen Katastrophen unterbrochen zu werden, hat schon was.
Auch als ich heute von der Arbeit nach Hause kam - ungewohnt entspannt. Normalerweise wird man schon an der Haustür von drei Wirbelwinden überrannt, die - natürlich alle gleichzeitig und jeder zuerst - erzählen müssen, was sie alles so den Tag über gemacht haben. Das artet dann regelmäßig in Gezicke, Gekeife (ICH!!!! will jetzt erzählen!!!) und schlimmstenfalls in einer halben Prügelei aus (auch Mädchen sind da nicht zimperlich) - das einzig anwesende Kind heute schlief doch glatt, als ich nach Hause kam, sodass ich tatsächlich ganz in Ruhe erstmal einen Kaffee trinken konnte! (Okay, dafür wird sie heute garantiert nicht vor 22 Uhr schlafen gehen....nichts hat NUR Vorteile....).
Und wenn nur ein Drittel der sonstigen Unfälle passieren, kommt man tatsächlich dazu, Dinge zu tun, die man schon immer tun wollte, aber nie geschafft hat (Okay, in meinem Hinterkopf befindet sich eine Liste mit Dingen, die ich diese Woche erledigen möchte und ich werde selbstverständlich nur einen Bruchteil davon schaffen - man muss schon realistisch bleiben...). Da mein Arbeitgeber tatsächlich noch immer einen Großteil meines Tages beansprucht (ab nächste Woche habe ich 3!!! Wochen Urlaub), sind das natürlich nur ein paar Stunden am Tag - aber Dinge zu tun und das noch ohne Hektik - da wird mir jede Mutter recht geben, das sind rar gesäte Gelegenheiten!
So habe ich es heute geschafft, meinen SuB (Stapel ungelesener Bücher) nicht nur zu katalogisieren, sondern ihm sogar ein eigenes Bücherregalbrett einzuräumen - bisher stapelten sich diese Bücher horizontal vor den bereits gelesenen, damit man sie unterscheiden kann - das sieht doch jetzt gleich viel ansprechender aus...ja, ich kann mich auch über Kleinigkeiten freuen! Ganz nebenbei konnte man auch die 5 Millionen Haarspängchen, Zopfbänder, Haarreifen, etc einsammeln, die vom Nachwuchs achtlos im Regal verteilt wurden.
Auch die Haustiere profitieren: bekamen sie doch heute Futter, ohne vorher eine Demonstration veranstalten zu müssen, weil sie im Stress vergessen wurden (ich hoffe, sie gewöhnen sich nicht daran...), die Blumen sind gegossen, obwohl sie ihre Blätter noch nicht hängen lassen, der Papiermüll ist geleert, ohne vorher übergelaufen zu sein und ich habe vorm Abendessen sogar noch Zeit, einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben - wenn das kein Luxus ist.
Und auch wenn ich diese Tage genießen werde, freue ich mich schon jetzt darauf, wenn die Meute nächste Woche wieder komplett ist, in diesem Sinne - carpe diem!
Entsprechend ist nur noch der jüngste Spross daheim und so ein einzelnes Kind kommt einem dann schon ziemlich wenig vor.
Der gestrige Sonntag verlief dann auch herrlich entspannt - okay die Bügelwäsche wollte trotzdem bewältigt werden, aber so einen ganzen Korb am Stück zu bügeln, ohne alle zwei Minuten von diversen Katastrophen unterbrochen zu werden, hat schon was.
Auch als ich heute von der Arbeit nach Hause kam - ungewohnt entspannt. Normalerweise wird man schon an der Haustür von drei Wirbelwinden überrannt, die - natürlich alle gleichzeitig und jeder zuerst - erzählen müssen, was sie alles so den Tag über gemacht haben. Das artet dann regelmäßig in Gezicke, Gekeife (ICH!!!! will jetzt erzählen!!!) und schlimmstenfalls in einer halben Prügelei aus (auch Mädchen sind da nicht zimperlich) - das einzig anwesende Kind heute schlief doch glatt, als ich nach Hause kam, sodass ich tatsächlich ganz in Ruhe erstmal einen Kaffee trinken konnte! (Okay, dafür wird sie heute garantiert nicht vor 22 Uhr schlafen gehen....nichts hat NUR Vorteile....).
Und wenn nur ein Drittel der sonstigen Unfälle passieren, kommt man tatsächlich dazu, Dinge zu tun, die man schon immer tun wollte, aber nie geschafft hat (Okay, in meinem Hinterkopf befindet sich eine Liste mit Dingen, die ich diese Woche erledigen möchte und ich werde selbstverständlich nur einen Bruchteil davon schaffen - man muss schon realistisch bleiben...). Da mein Arbeitgeber tatsächlich noch immer einen Großteil meines Tages beansprucht (ab nächste Woche habe ich 3!!! Wochen Urlaub), sind das natürlich nur ein paar Stunden am Tag - aber Dinge zu tun und das noch ohne Hektik - da wird mir jede Mutter recht geben, das sind rar gesäte Gelegenheiten!
So habe ich es heute geschafft, meinen SuB (Stapel ungelesener Bücher) nicht nur zu katalogisieren, sondern ihm sogar ein eigenes Bücherregalbrett einzuräumen - bisher stapelten sich diese Bücher horizontal vor den bereits gelesenen, damit man sie unterscheiden kann - das sieht doch jetzt gleich viel ansprechender aus...ja, ich kann mich auch über Kleinigkeiten freuen! Ganz nebenbei konnte man auch die 5 Millionen Haarspängchen, Zopfbänder, Haarreifen, etc einsammeln, die vom Nachwuchs achtlos im Regal verteilt wurden.
Auch die Haustiere profitieren: bekamen sie doch heute Futter, ohne vorher eine Demonstration veranstalten zu müssen, weil sie im Stress vergessen wurden (ich hoffe, sie gewöhnen sich nicht daran...), die Blumen sind gegossen, obwohl sie ihre Blätter noch nicht hängen lassen, der Papiermüll ist geleert, ohne vorher übergelaufen zu sein und ich habe vorm Abendessen sogar noch Zeit, einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben - wenn das kein Luxus ist.
Und auch wenn ich diese Tage genießen werde, freue ich mich schon jetzt darauf, wenn die Meute nächste Woche wieder komplett ist, in diesem Sinne - carpe diem!
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